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Anketten und Anbinden von Hunden

Das Anketten und Anbinden von Hunden.

Blick angeketter Hund
Der Blick des angeketteten Hundes sagt schon alles: ‚Bitte hilf mir !‘

Ursachen und Halter, die Auswirkungen und Gefahren für die betroffenen Hunde und wie man ihnen helfen kann.


Anketten und Anbinden von Hunden

Definition

Im Allgemeinen beziehen sich die Begriffe ‚Anketten‘ und ‚Anbinden‘ auf die Praxis, einen Hund an einem stationären Objekt zu befestigen und ihn unbeaufsichtigt zu lassen.
Der Begriff ‚Anketten‘ bezieht sich in der Regel auf Situationen, in denen dicke, schwere Ketten verwendet werden.
‚Anbinden‘ bezieht sich eher auf das teilweise Anbinden an einem Seil, einer leichteren Kette oder einem Flaschenzug, was die gängigere Form des Anbindens ist.

Diese Begriffe beziehen sich nicht auf Hunde, welche an der Leine geführt werden, oder auf Fälle, in denen der Halter anwesend ist und das Tier vorübergehend anbindet.


Die Halter von angeketteten oder angebundenen Hunden

Ort Hühnerhund
Ein angeketteter Hühnerhund, der deswegen einen großen Teil des Tages bellt und wie wahnsinnig an seiner Kette um den Kreis rennt.

Halter binden ihre Hunde aus einer Vielzahl von Gründen an. Die meisten Menschen, die dies tun, sind sich des Schadens nicht bewusst, den es ihren Hunden zufügen kann.
Die sozialen Normen der Haustierhaltung haben das Anbinden in Westeuropa unpopulär gemacht, sodass es als Praxis zurückgeht, aber z.B. in Griechenland ist es noch die am weitesten verbreitete Art der Hundehaltung.

Einige der Gründe dafür sind:

Der Hund ist ein wiederholter Ausbrecher und dem Besitzer sind die Ideen ausgegangen, den Hund sicher zu halten. Manchmal ist dies der Grund, warum Hunde an schwereren Ketten gehalten werden, denn sie haben bereits leichtere Anbindehalter durchgekaut oder sind ihnen anderweitig entkommen, und der Besitzer versucht, sie daran zu hindern, sich davon zu lösen.

Der Besitzer versucht, seinen Hund vor etwas auf der anderen Seite des Zauns zu schützen (Kinder, ein anderer Hund usw.), indem er den Hund in einem bestimmten Bereich des Gartens hält.



Der Zaun des Besitzers ist beschädigt oder der Besitzer hat keinen eingezäunten Hof.

Das Verhalten des Hundes macht es schwierig, ihn im Haus zu halten, und der Besitzer weiß nicht, wie er das Verhalten korrigieren kann.

Der Vermieter erlaubt dem Tierhalter möglicherweise nicht, den Hund im Haus zu halten oder einen Zaun zu errichten.

Der Haustierbesitzer stammt aus einer Familie, die Hunde immer angebunden hat, und weiß vielleicht nicht, dass es bessere Möglichkeiten gibt.

Einige Halter missbrauchen Hunde lediglich zur Bewachung oder Abschreckung ihrer abgelegenen Nutztier-Gehege, wie bei Hühnern, Kaninchen u.ä.
Auch zur Bewachung abgelegener und die Nacht oder den Großteil des Tages leerstehender Gebäude werden, vorzugsweise gerne aggressive Wachhunde, dauerhaft dort angekettet und erhalten bis auf mehr oder weniger ausreichend gutes Futter und Wasser zumeist keinen Auslauf, Beachtung und Interaktion. Dies ist dann eindeutiger Tiermissbrauch.


Auswirkungen auf angebundene Hunde

angekettete Hunde leiden.
Angebundene oder angekettete Hunde leiden.

Hunde sind von Natur aus soziale Wesen, die Interaktion mit Menschen oder anderen Tieren brauchen. Intensives Eingesperrtsein oder langfristiges Anbinden kann ihr physisches und psychisches Wohlbefinden schwer beeinträchtigen.
Ein ansonsten freundlicher und gelehriger Hund wird neurotisch, unglücklich, ängstlich und oft aggressiv, wenn er ständig angekettet oder in irgendeiner Weise dauerhaft eingesperrt gehalten wird.

Ohne die Freiheit, herumzustreifen, zu spielen und ihr natürliches Verhalten auszuleben, können Hunde, die an Ketten oder Leinen gehalten werden, gelangweilt, einsam, depressiv und oft auch aggressiv werden. Durch die Anbindehaltung wird ein Hund auf einen kleinen Bereich auf dem Grundstück beschränkt und kann sich nicht frei bewegen und mit anderen Haustieren oder Menschen in Kontakt treten.
Viele Hundehalter, die ihre Hunde angekettet halten, sind sich des emotionalen und psychologischen Schadens, den sie damit anrichten, oft nicht bewusst, denn oft sehen nicht häufig genug nach ihren Hunden, um dies festzustellen !

Erhängter Kettenhund
Das Hundehaus dieses Kettenhundes wurde vom Halter dermaßen platziert, daß der Hund über dem ausgetrockneten Wasserlauf abrutschte und sich selbst erhängte.
Bei ständig angebundenen Hunden kommt es häufig zu körperlichen Beschwerden als Folge der ständigen Anbindehaltung. Ihre Hälse können rau und wund werden und ihre Halsbänder können schmerzhaft in ihre Haut einwachsen.
Viele Tierärzte sind sich einig, dass Ketten und Anbindevorrichtungen häufig Nacken- und Rückenverletzungen verursachen, und es ist sogar möglich, dass sich ein Hund erhängt, wenn sich die Kette an etwas Hochliegendem verfängt.
Sie sind anfällig für Insektenstiche und Parasiten und haben ein hohes Risiko, sich zu verfangen, zu strangulieren und von anderen Hunden oder Menschen belästigt oder angegriffen zu werden.

Angebundene Hunde können auch unter unregelmäßiger Fütterung, umgestürzten Wassernäpfen, unzureichender tierärztlicher Versorgung und extremen Temperaturen leiden.
Bei Schneestürmen haben diese Hunde oft keinen Zugang zu einem Unterschlupf. Während extremer Hitzeperioden erhalten sie möglicherweise nicht genügend Wasser oder Schutz vor der Sonne.

Besitzer, die ihre Hunde anketten, reinigen den Bereich, in dem sie eingesperrt sind, seltener, was dazu führt, dass die Hunde in einem Bereich fressen und schlafen, der mit Urin und Kot verunreinigt ist.

Hinzu kommt, dass angekettete Hunde aufgrund ihres oft neurotischen Verhaltens nur selten auch nur ein Minimum an Zuneigung erfahren, da es schwierig ist, sich ihnen zu nähern. Angekettete Hunde können somit einfach nur ein ‚Teil der Kulisse‘ sein und werden von ihren Besitzern leicht ignoriert.


Angebundene Hunde können eine Gefahr darstellen

Tiermissbrauch bei Istro
Dieser dauerhaft angekettete und einsame Hund ist äußerst agressiv geworden, was auch damit zusammenhängt, dass es sich damit vor Gefahren in seiner unsicheren und abgelegenen Umgebung schützen will.

Die Anbindehaltung ist nicht nur schlecht für Hunde, sie ist auch mit einem hohen Risiko für schwere Hundebisse und Angriffe behaftet.

Hunde, die nicht in der Lage sind, sich vor vermeintlichen oder tatsächlichen Bedrohungen zurückzuziehen, können aggressiv reagieren, wenn sie angesprochen werden. Hunde, die über einen längeren Zeitraum angebunden sind, können zudem sehr aggressiv werden.

Hunde fühlen sich von Natur aus als Beschützer ihres Territoriums. Wenn sie mit einer wahrgenommenen Bedrohung konfrontiert werden, reagieren sie gemäß ihrem Instinkt mit Kampf oder Flucht. Ein angebundener Hund, der nicht in der Lage ist zu flüchten, greift jedes fremde Tier oder jede Person an, die unwissentlich in sein Revier eindringt.
Tragischerweise sind die Opfer solcher Angriffe oft Kinder, die sich dem Hund in Unkenntnis der Gefahren nähern.

Darüber hinaus können angebundene Hunde, die sich schließlich von ihren Ketten befreien, weiterhin aggressiv bleiben und es ist wahrscheinlich, dass sie ahnungslose Passanten und Haustiere jagen und angreifen, da sie durch die lange, intensive Gefangenschaft schwere Verhaltensprobleme entwickelt haben.

Würdest Du zurückkommen, wenn Du draußen ganz alleine angebunden wärst ?
Der gleiche mentale und emotionale Schmerz, den ein Mensch durch das Anketten erleben würde, ist der gleiche Schmerz, den ein Hund erlebt. Wie bereits erwähnt, da angekettete Hunde nicht oft die Möglichkeit haben, mit Menschen in Kontakt zu treten, wissen sie möglicherweise nicht einmal, dass sie zurückgerufen werden, wenn man versucht, sie zu sich zu rufen. Oft kennen diese Hunde mangels ausreichendem Kontakt noch nicht einmal ihren Namen.

Es ist wichtig für Menschen mit angebundenen Hunden, diese Risiken zu verstehen.


Richtige Hundehaltung

Hunde werden in der zivilisierten Welt als ein Teil der Familie betrachtet. Daher sollten alle Hunde in geschlossenen Räumen leben, regelmäßig Auslauf erhalten und mit angemessener Aufmerksamkeit, Futter, Wasser und tierärztlicher Versorgung versorgt werden.

Hunde, die teilweise oder ganz im Freien leben, sollten ein sicheres, ausbruchsicheres Gehege mit angemessenem Schutz erhalten, in dem sie ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben können.


Anbindehaltung nur in Ausnahmen

Hund mit langem Seil
Hier wurde ein vor kurzem aufgelesener, ausgesetzter junger Hund für einige Zeit mit einem langen Seil gesichert.

Um ein gut angepasstes Begleittier zu werden, sollten Hunde regelmäßig mit Menschen und anderen Tieren interagieren und regelmäßige Bewegung erhalten.

Manchmal können Situationen mit angebundenen Hunden schrittweise verbessert werden, z. B. indem der Hund zumindest nachts ins Haus gebracht wird.

Das Anbinden eines Tieres kann akzeptabel sein, wenn es für einen kurzen Zeitraum oder unter Aufsicht erfolgt und wenn die Leine so gesichert ist, dass sie sich nicht in anderen Gegenständen verfangen kann. Auch bei ‚Problemfällen‘, wie übermäßiger Aggression, die ihre Ursache aber auch zumeist in der dauerhaften Anbindehaltung hat, ist dies bis zur Bereitstellung eines angemessenen Geheges kam zu vermeiden.

Halsbänder sollten bequem und richtig angelegt sein und Würgeketten sollten niemals verwendet werden. Das Anbinden eines Tieres über einen längeren Zeitraum oder bei extremen Wetterbedingungen und Naturkatastrophen ist auf keinen Fall akzeptabel.


Anbinden des Hundes mit einem Flaschenzug

Das Befestigen der Leine eines Hundes an einer langen Leine – z. B. einer Wäscheleine oder einer als ‚Flaschenzug‘ bekannten Vorrichtung – und das Ermöglichen eines größeren Bereichs, in dem sich das Tier bewegen kann, ist dem Anbinden des Hundes an ein stationäres Objekt vorzuziehen.

Es bestehen jedoch immer noch viele der gleichen Risiken, die mit dem Anbinden verbunden sind, z. B. Hängenbleiben und Abschnüren, Angriffe auf oder durch andere Tiere, mangelnde Sozialisierung und Sicherheit.


Hilfe für angebundene Hunde

angekettete Hunde
Zwei unter eindeutig rechtswidrigen Umständen angekettete Hunde.

Als ersten sollten die aktuelle Gesetzeslage zur Anbindehaltung überprüft werden. Wenn der örtliche Tierschutzverein ausreichend gut aufgestellt ist und die grundlegenden Gesetze effektiv durchsetzen kann, kann die Anbindehaltung vor Ort geregelt werden.

Wenn Sie sich Sorgen um einen bestimmten Hund machen, der angebunden ist, sollten man in Erwägung ziehen, die örtliche Tierschutzbehörde oder Polizei zu bitten, dem Besitzer einen Besuch abzustatten.
Selbst wenn die Anbindehaltung legal ist, können die Mitarbeiter einen freundlichen Besuch abstatten, um zu sehen, ob sie die Situation verbessern können, indem sie dem Besitzer bei der Fehlersuche helfen und Informationen sammeln, um das Problem an der Wurzel zu packen. Dies betrifft ein Verhaltensproblem oder wiederholtes Entweichen.
Die meisten Situationen können durch positiven Einsatz und Unterstützungsdienste verbessert werden. Strafmaßnahmen können eingesetzt werden, um die ungeheuerlichsten Situationen anzugehen.

Abgesehen von der Durchsetzung des Gesetzes profitieren viele Gemeinden von einer gemeinnützigen Organisation, die sich darauf konzentriert, Tierhalter mit Informationen, Ressourcen und Dienstleistungen zur Tierpflege zu erreichen.

Der Versuch, gegen das Anketten von Hunden vorzugehen, indem man alle angebundenen Hunde ‚rettet‘, ist aus einer Reihe von Gründen nicht empfehlenswert.
Erstens kümmern sich trotzdem viele Besitzer um ihre Hunde und wollen sie behalten, und es ist wichtig, dass so viele Tiere wie möglich in den bereits vorhandenen Haushalten verbleiben.

Zweitens ist es wahrscheinlich, dass der Besitzer den Hund ersetzt und auch zukünftige Hunde weiterhin anbindet. Entweder, weil der Hund für ihn einen Zweck erfüllt oder weil er ihn trotzdem gerne hat.
Das Entfernen des Hundes trägt zu der bereits überwältigenden Anzahl von Hunden bei, die um ein Zuhause konkurrieren, und somit Tierheime und Rettungsorganisationen noch weiter überlasten.

Mit den Besitzern zusammenzuarbeiten, um die Situation für ihre vorhandenen Hunde zu verbessern, ist immer die beste Option, und die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen offen für Unterstützung sind.

Als Gegner von Kettenhunden ist es wichtig, positive, konstruktive Wege zu finden, um die Besitzer zu befähigen, ihre Hunde selbst von der Kette zu befreien.
Es ist wahrscheinlicher, dass sie ihre Hunde losbinden, dass sie zukünftige Hunde losbinden und dass sie anderen, die sie kennen und die ihre Hunde möglicherweise anketten, davon erzählen. Dies schont auch die wertvollen Ressourcen von gemeinnützigen Tierschutzorganisationen oder unterfinanzierten Rettungsagenturen, sodass sie sich auf die schweren Fälle von Tierquälerei, Tiermissbrauch und Vernachlässigung konzentrieren können.

Vorsicht vor Haltern von Kettenhunden !
Leider zumeist zutreffend: Vorsicht vor Haltern von Kettenhunden !
Allerdings zeigt die Erfahrung auch, dass Halter von Hunden, welche dies nur zum Missbrauch tun, um billige Wachdienste u.ä. ausführen zu lassen, einen wirtschaftlichen Zweck verfolgen oder es eben anders nicht gelernt haben.
Diese werden jedes verendete, dauerhaft angebundene Tier innerhalb kürzester Zeit durch einen neuen Leidensgenossen ersetzen und hier muss die Kette des Leidens ein für allemal durchbrochen werden. Dies ist in der Regel nur durch Androhung oder Durchführung einer Anzeige wegen Tiermissbrauches möglich.

Oft handelt es sich hierbei um ältere Personen, die keinen anderen Umgang mit Tieren kennen oder Menschen, die meistens im untersten Bildungsniveau anzusiedeln sind und oft auch gleichzeitig schlecht situiert sind.
Hier haben Diskussionen oft wenig Zweck und sind teilweise auch persönlich mit Gefahren verbunden, wobei es schon vorgekommen ist, dass einige dieser Halter Tierschützer gar mit der Waffe bedroht haben. Schon zur eigenen Sicherheit ist es in diesen Situationen besser, den Fall bei der zuständigen Polizeibehörde anzuzeigen.

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