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Bedürfnisse des Hundes

Die Bedürfnisse des Hundes, welche zur artgerechten Haltung Voraussetzung sind.

glückliche und zufriedene Hunde
Für glückliche und zufriedene Hunde müssen verschiedene Bedürfnisse erfüllt werden.

Jedes Tier hat eine Reihe von grundlegenden Bedürfnissen oder Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit sein Überleben gesichert ist. Dazu kommen noch typische Bedürfnisse einzelner Arten oder Rassen, die auch noch je nach Individuum unterschiedlich sein können.
Der Großteil des Verhaltens unseres Hundes wird durch seinen Instinkt und seine genetische Programmierung festgelegt. Trotzdem hat das Erlernen und die Erfahrung noch einen enormen Einfluss auf das Verhalten unseres Hundes. Von daher ist es wesentlich, dass ein Halter nicht nur die Grundbedürfnisse der Rasse, von der sein Hund abstammt, kennt, sondern auch die spezifischen Bedürfnisse dieses Individuums.
Ein Bewusstseinsmangel über diese Anforderungen resultiert in Missverständnissen, Verhaltensproblemen und Beziehungsproblem zwischen Halter und Hund.


Grundlegende und individuelle Bedürfnisse

Die grundlegenden Bedürfnisse sind im Kern alle Anforderungen, die das Überleben einer Spezies sichern. Dazu gehören Trinken, Fressen, Urinieren, Stuhlgang und der Schlaf.
Werden einem Menschen diese Grundbedürfnisse entzogen, wird er zunächst gestresst und ängstlich und wenn die Erfüllung dieser Bedürfnisse weiterhin verwehrt wird, führt dies zum Tode. Das Gleiche gilt für Hunde und zum reinen Überleben ist die Erfüllung der Grundbedürfnisse notwendig.

Für ein erfülltes und glückliches Leben müssen jedoch weitere Bedürfnisse erfüllt werden. Derartige Bedürfnisse sind sowohl für eine ganze Spezies als auch für das einzelne Individuum darunter unterschiedlich zu anderen Individuen.
So haben ein Jack Russel Terrier und ein Border Collie zwar die gleichen Grundbedürfnisse, welche für Hunde typisch sind, aber genetische Zucht hat dazu geführt, dass der eine gerne Löcher gräbt, während der andere Schafe hütet.
Deshalb ist es nicht ausreichend, sich nur um die Grundbedürfnisse des Hundes zu kümmern, sondern der Halter muss auch auf die individuellen Bedürfnisse seines Hundes eingehen.


Natürliche Besonderheiten des Hundes

Zughund
Früher war es üblich, Hunde auch zum Ziehen von Wagen einzusetzen.

Um dem Hund dabei zu helfen, glücklich und gesund zu bleiben, muss ihm die Möglichkeit gegeben werden, seinen natürlichen Verhaltensweisen nachzugehen und seine besonderen Fähigkeiten abzufordern.
Der Mensch hat im Laufe der Jahrhunderte oder sogar Jahrtausenden Hunde aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften selektiert und weitergezüchtet.
Bis in die jüngste Vergangenheit waren Hunde eher Arbeitstiere und Helfer als Begleiter und Haustiere. So gab es Hunderassen zum Hüten von Schafen, andere wiederum zu ihrer Bewachung, für die Jagd wurden Vorstehhunde und Jagdhunde gezüchtet, Huskys zum Ziehen von Schlitten und andere kräftige Hundetypen sogar zum Ziehen von Wagen, während sogenannte Klingelhunde noch heute in südlichen Ländern Ratten, Mäuse und sonstiges Ungeziefer im und vor dem Haus fernhalten sollen.

Aus diesem Grund haben die unterschiedlichen Rassen noch heute wegen ihrer über lange Zeit gezüchteten Merkmale bestimmte Verhaltensweisen und Vorlieben vorzuweisen und Reize aus der Umwelt können diese auslösen. Dies führt dazu, dass herumlaufende Kinder bei einem Schäferhund oder Collie den Hütetrieb auslösen, während der Terrier bei frisch umgegrabener Erde in seinem Element ist.
Selbst ein Hund, der noch nie wirklich eine ernstzunehmende Aufgabe oder Arbeit hatte, wird durch diese Umweltreize trotzdem dazu getrieben, seinen Trieben nachzugehen, für die seine Rasse einmal gezüchtet wurde.

Diese Triebe sind für den Hund das Ventil um seine natürliche Veranlagung auszuleben, was ihm dabei hilft, entspannter und konzentrierter zu sein. Denn ein Hund, der nicht genügen körperlich und auch geistig gefordert wird, kann gelangweilt und frustriert werden. Dann fängt er an Unfug zu treiben, wie erreichbare Gegenstände zu zerkauen oder zu zerreißen oder die Nachbarn durch unterbrochenes Gebelle oder Heulen zu belästigen.
Die beste Abhilfe dafür, um solches Verhalten gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist ausreichend körperliche Bewegung und geistige Herausforderung, da ein voll ausgelasteter Hund weniger zu derartigen Dingen neigt.

Um wirklich zufrieden zu sein, braucht jeder Hund ein Ventil für seine genetisches Veranlagung. Hunde sind jedoch Individuen und manche sind ganz froh, wenn sie die meiste Zeit des Tages schlafen oder herumdösen können. Dennoch ist gemeinsames Spielen gut für die Bewegung und die Bindung zwischen Haltern und ihren Hunden. Spiele, die die speziellen Fähigkeiten eines Hundes fördern, wie Hüten, Apportieren und Jagen, sind besonders geeignet dafür.


Artgerechte Disziplin

'Unschuldslamm' angebunden an der 'Strafbank'
Ein ‚Unschuldslamm‘ angebunden an der ‚Strafbank‘ nach einem Streit mit einem anderen Rudelmitglied.

Hunde benötigen klare Strukturen und Regeln, weshalb sie eigentlich für Anhänger der ‚Laissez-faire‘-Methode ungeeignet sind. Der Hund erkennt nämlich in einem klar definierten Spielraum seine Grenzen, was gleichzeitig für ihn bedeutet, das er innerhalb dieser Grenzen geschützt ist und genügend Raum für seine soziale und emotionale Entwicklung hat.

Sobald der Hund seine Grenzen überschreitet, muss dies wohlwollende Konsequenzen haben. Die artgerechte Disziplinierung im Rudel erfordert es, den Hund im Nacken zu fassen und kurz zu schütteln, keinesfalls zu schlagen oder anzubrüllen.
Bei Welpen funktioniert dies relativ schnell, aber bei älteren Hunden kann es manchmal eine Weile dauern, bevor sie ihren Menschen als Rudeloberhaupt anerkennen.
Nach einiger Zeit hat der Hund das Signal verstanden und anschließend genügt meist ein kurzer Anruf, um ihn auf seine Grenzen hinzuweisen.

Andere Methoden sind die ‚Strafbank‘, das vorübergehende Anleinen am Schlaf- oder Ruheplatz bzw. aussperren aus dem Zimmer oder der Einsatz moderner Techniken, wie Ultraschall-Warnsignale für den Hund.

Da Hunde von Natur aus gute Beobachter sind, registrieren sie jede Inkonsequenz unseres Handelns und können dann die Machtstrukturen des Rudels, d.h. auch die Mensch-Hund-Beziehung, herausfordern.
Der Mensch muss der ‚Alpha-Wolf‘ sein und im Grunde benötigt der Hund diesen als sein Leitbild. Ein Hund dagegen, der seinen Halter nicht ernst nimmt, wird ihn auch nicht respektieren und macht dann in der Regel auch was er will.


Tägliche Routine

Rescue-Hündin DuDa
Der sichere Schlafplatz im eigenen Hundekorb.

Eine beständige tägliche Routine ist wichtig für den Hund. Dies trifft besonders in den ersten Tagen zu, wenn er sich in einer neuen Umgebung eingewöhnen muss. Deshalb sollte die Ausgabe von Futter gut strukturiert sein, damit der Hund immer weiß, wann er mit Essen rechnen kann.
Auch hilft es bei der Stubenreinheit, wenn der Hund einen Schlafplatz hat, wo er sich sicher fühlen kann und in Ruhe gelassen wird. Festgelegte Zeiten für Spaziergänge, Bewegungsspiele und Ausflüge sorgen mit ihrer Routine dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

Daher ist die tägliche Routine ein effektiver Weg, um sich das Vertrauen des Hundes zu erarbeiten, da es ihm Unsicherheiten nimmt und er sich somit geborgen und wohlbehütet fühlt.


Spiele und Arbeit

Nasenarbeit
Intensive Nasenarbeiten

Hunde erforschen ihre Umgebung, um sich mit ihr vertraut zu machen und um sicherzustellen, dass sie auch ohne Gefahren ist. Dies ist eine der auffälligsten Verhaltensweisen, welche bei allen Hunden zu beobachten ist, obwohl einige dies intensiver pflegen.

Dabei läuft der Hund in ’seinem Territorium‘ herum, untersucht alle Dinge mit seiner Nase und Augen, nur davon unterbrochen, auf neue Geräusche zu achten.
Die Nasenarbeit beschäftigt und stimuliert Hunde auf natürliche Weise, denn sie erfordert eine hohe Konzentration und ist eine hervorragende Möglichkeit, den Hund geistig zu fordern und zu trainieren.
Dazu hilft die mentale Arbeit dem Hund nicht nur, sich zu konzentrieren, sondern ist für ihn ebenso anstrengend wie körperliche Aktivitäten.
Spiele wie ‚Verstecken‘ oder ‚Schatzsuche‘ helfen, den Hund mit Nasenarbeiten zu beschäftigen.

Zum Spielen mit dem Hund sollte man sich Aufgaben aussuchen, für welche die jeweilige Hunderasse ursprünglich gezüchtet wurde. Große, aufblasbare Bälle eigenen sich um Hütehunde wie Border Collies zu beschäftigen, während ein Labrador Apportier-Spielzeuge gern hat.


Bewegung

Freilaufender Hund
Die freie, ungehemmte Bewegung macht einen Hund besonders glücklich.

Die Bewegung während der täglichen Streifzüge ist ein wesentlicher Bestandteil der Gnome unserer Hunde. Viele ihrer Gene gehen natürlich auf die Wölfe zurück, deren Territorien zwischen 25 und 150 Quadratkilometer groß sind. Auf der Suche nach Nahrung durchquert ein Wolfsrudel jeden Tag fast 10 Prozent seines Territoriums.

Spazierengehen ist daher ein integraler Bestandteil des Hundegenoms. Laufen ist von daher sehr wichtig für den Haushund und ohne Auslauf leidet seine Gesundheit und es besteht auch die potenzielle Gefahr, dass sich daraus Verhaltensprobleme entwickeln.

Dazu können inaktive Hunde an Übergewicht leiden, was wiederum Gelenke, Bänder und Sehnen belasten kann.
Und den Hund lediglich in den Garten zu schicken, egal wie groß dieser ist, ist kein Ersatz für einen Spaziergang !
Das liegt daran, dass Hunde zu einem allelomimetischen Verhalten neigen, d.h. sie ahmen andere Hunde oder auch den Menschen als Rudelführer nach, was dazu führt, dass sie eher umherwandern, als zügig zu laufen, wenn sie nicht wie in einem Rudel geführt werden.
Als Rudeloberhaupt muss der Halter also tatsächlich mit seinem Hund zusammen spazieren gehen, wodurch einer den anderen dazu herausfordert, das Tempo mitzuhalten !

Der Umfang der notwendigen Bewegung des Hundes hängt vom Alter, der Rasse und dem Gesundheitszustand ab. Im Allgemeinen benötigen die meisten Hunde mindestens dreißig bis sechzig Minuten Bewegung pro Tag, und die Aufteilung der Bewegungsübung auf zwei Spaziergänge kann sowohl aus physischer als auch aus psychologischer Sicht besser sein als einer.

Das Maul und die Vorderbeine müssen stark sein, da sie zur Erkundung und Interaktion mit der Umwelt eingesetzt werden. Wenn Hunde nicht genug Bewegung bekommen, setzen sie das Maul zum Zerkauen von Gegenständen und die Vorderbeine zum Graben von Löchern ein.

Ein beliebtes Spiel für Hunde ist das ‚Tauziehen‘, da sie es instinktiv als gemeinsamer Akt bei der Nahrungsaufnahme im Rudel ansehen. Dazu werden dabei das Maul und die Vorderbeine beansprucht, weshalb Hunde ‚Tauziehen‘ gerne spielen.
Mit unsicheren oder unbekannten Hunden sollte dieses Spiel aber nicht gespielt werden, da diese nervös oder ängstlich reagieren können. Auch kleinere Kinder sollten dieses Spiel nicht spielen, da Hunde in ihrer Begeisterung nur allzu leicht auch einmal einen Finger erwischen können.


Hier zu Teil II: Soziale Bedürfnisse des Hundes.


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