Currently set to Index
Currently set to Follow

Probleme bei der Sozialisierung

Potenzielle Probleme bei der Sozialisierung.
Sozialisierungs-Probleme und Lösungsmöglichkeiten.

Kennenlernen von Hunden
Das vorsichtige Kennenlernen zwischen Hunden.

Hier zum vorherigen Teil: Sozialisierung.


Mögliche Probleme bei der Sozialisierung

Probleme bei der Sozialisierung ihrer Hunde sind unter den Hundehaltern weit verbreitet. Dies trifft insbesondere auf Rescue-Hunde zu, da eine neue Umgebung den schon vorhandenen Stress des neu aufgenommenen Hundes verstärken kann. Dies kann zu erhöhter Ängstlichkeit und somit zu defensivem Verhalten gegenüber anderen Hunden führen. Dies trifft selbst bei einem Hund zu, der normalerweise fröhlich und gesellig ist.

Der Einfluss der Leine

Der Einfluss der Leine auf den Hund sollte nicht unterschätzt werden. Die Leine ist für jeden Hundehalter ein unverzichtbares Hilfsmittel, denn sie sorgt dafür, dass der Hund an Orten mit viel Verkehr oder Ablenkungen gesichert ist und vergrößert zudem die Bandbreite der Plätze, an dem er mitgenommen werden kann, erheblich.

Das Führen des Hundes an der Leine wirkt sich jedoch auch auf dessen natürliches Verhalten aus. Die Spannung an der Leine ist dabei die Hauptursache für diese Veränderung, da sie eine psychologische Reaktion in Form von Stress, Frustration und Angst hervorruft. Dies liegt daran, dass der Hund dadurch so eingeschränkt ist, dass er sein natürliches Verhalten nicht ausleben kann.
Die Leine kann das Stehen, Gehen und Manövrieren des Hundes beeinflussen, insbesondere wenn er an der Leine zieht.

Man muss sich nur einen Hund an der Leine und einen verspielten Collie ohne Leine vorzustellen, der auf ihn zuspringt. Der Hund an der Leine ist aufgeregt und zieht ein wenig, weil er sich nähern möchte. Die Leine bewirkt, dass sich Hals und Brustkorb heben, und der Hund beginnt sofort, sich unter diesem Zwang zu verspannen.

Leben von Chelsea
Die natürliche Bewegungsmöglichkeit und auch Körperhaltung und Körpersprache von den Hunden an der Leine ist eingeschränkt und verfälscht.

Wenn er noch stärker zieht, heben sich seine Vorderpfoten vom Boden ab, sodass er auf zwei Beinen steht.
Einige Hunde verstehen dann nicht, dass dieses Manöver auf den Einfluss der Leine zurückzuführen ist und fühlen sich bedroht. Hinzu kommt die Frustration, den Collie nicht begrüßen zu können, sowie die Tatsache, dass er nicht weglaufen kann, wenn er es bei einer unangenehmen Begegnung müsste.
Die Leine kann somit Auswirkungen auf die Körperhaltung des Hundes haben, was dazu führt, dass ihn andere Hunde anders wahrnehmen, da sich seine Körpersprache dadurch ändert.
Diese Situation führt zu vielen Missverständnisse, sowohl für die Hunde als auch für ihre Besitzer, welche das Ziehen und Bellen als unangemessenes Verhalten interpretieren könnten.

Der Schlüssel zum Erfolg

Auch wenn man seinen Hund an der Leine führt, kann man erfolgreiche Begegnungen und Interaktionen erzielen. Am besten ist es, so entspannt wie möglich zu bleiben und dem Hund zu erlauben, sein natürliches Verhalten auszudrücken, während man die Kontrolle über ihn behält.

Die folgenden Punkte sollen helfen, dies zu erreichen:

  • Man muss sich bewusst sein, dass die Hand den Hals oder bei einem Geschirr den Körper des Hundes direkt über die Leine kontrolliert. Die Art und Weise, wie dabei die Leine gehandhabt wird, beeinflusst auch die Gefühle des Hundes. Daher sollte man kein ‚lebloses Gewicht‘ am Griff sein und den Hund wegziehen, denn das führt nur dazu, dass er dagegen hält, was zu Anspannung, Stress und möglichen Angstreaktionen führt. Es ist für den Hund schwerer Widerstand zu leisten, wenn er sanft an der Leine geführt wird.
  • Die Anspannung des Hundes muss auf ein Minimum reduziert werden, denn sie ist es, die Unruhe und Probleme auslösen kann. Fühlt sich ein Hund entspannt, glücklich und selbstbewusst, wird er dies viel eher in seiner Körpersprache widerspiegeln, wenn er seine Artgenossen trifft. Ebenso ist es wahrscheinlich, dass Anspannung, Frustration und Stress bei einer Begegnung übertragen werden und zu defensivem Verhalten führt.
  • Man sollte dem Hund ‚Hallo‘ sagen lassen und an potenziellen Freunden zu schnüffeln, solange er kein potenziell aggressives Verhalten zeigt. Es kann sein, dass er aufgeregt ist, was sich normalerweise durch lautes Winseln und schnelles Schwanzwedeln bemerkbar macht. In diesem Fall sollte man entspannt bleiben, seine Aufmerksamkeit auf sich lenken und ihm erlauben, seine natürliche Begrüßung abzuspulen. Wenn er übermäßig aufgeregt ist, kann er in einer kreisenden Bewegung weggeführt werden, um etwas mehr Abstand zu gewinnen. Bei vielen Hunden hört der Gesang jedoch so schnell auf, wie er begonnen hat, wenn sie erst einmal bei ihrem ‚Objekt der Begierde‘ angekommen sind.
  • Wenn dem Hund erlaubt wird, ‚Hallo‘ zu sagen, vermeidet man auch, dass er Gefühle der Frustration aufbaut. Jedoch müssen die Situation und die Charaktere der Hunde vorab geklärt sein, bevor man seinen Hund in die Nähe eines anderen Hundes lassen kann. Es ist immer ratsam, vor solchen Begegnungen den Besitzer des fremden Hundes anzurufen und ihn zu fragen, ob sein Hund freundlich ist. Einer positiven Antwort sollte jedoch nicht blindlings befolgt werden und es ist immer besser, stets darauf zu achten, wie sich beide Hunde verhalten.
  • Wenn der eigene Hund in der Vergangenheit ein aggressives Verhalten gegenüber anderen Hunden gezeigt hat, sollte man unbedingt den Rat eines Tierarztes oder eines Verhaltensforschers einholen.
Körper und die Haltung der Hunde
Der Körper und die Haltung der Hunde wird durch die Leine kontrolliert.

Trainingskurse zur Sozialisierung

Trainingskurse oder betreute Spaziergänge in der Gruppe sind eine hervorragende Möglichkeit, dem eigenen Hund den Umgang mit anderen Artgenossen unter Aufsicht beizubringen. Wer dazu nicht selbst eine Gruppe in seinem Freundeskreis organisieren kann, hat auch die Möglichkeit auf professionelle Hundetrainer, Hundeschulen oder Kurse von Tierheimen zurückzugreifen.

Ein weiterer Aspekt für die Sozialisierung des Haushundes besteht auch darin, dabei mit verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen. Dadurch lernt er andere Menschen, ihre Verhaltensweisen und die unterschiedlichen Situationen, in denen sie sich befinden können, auf positive Weise zu akzeptieren.
Das Ziel ist es, dass der eigene Hund an so ziemlich jeden Ort und in jede Situation mitgenommen werden kann und dass er dabei ruhig, entspannt und selbstbewusst bleibt.
Ein schlecht sozialisierter Hund ist unberechenbar, wenn er in eine neue oder für ihn subjektiv beängstigende Situation kommt. In solchen Situationen kann er überreizt, ängstlich oder überaktiv werden.

Bevor man einen Kurs bucht, sollten man sich vergewissern, dass der Hund nicht zu ängstlich ist und keine Probleme in dieser Umgebung hat. Ein Trainingskurs in einer Gruppe kann nämlich das Verhalten mancher Hunde verschlimmern, wenn sie mit ihren größten Ängsten ‚überreizt‘ werden, zum Beispiel durch zu viel Lärm oder zu viele fremde Hunde und Menschen. Wenn dies der Fall ist, muss der Hund an speziellen Trainingssitzungen teilnehmen, damit sich seine Probleme nicht verschlimmern.

Trainingsplatz für Hunde
Auf einem Trainingsplatz für Hunde kann die Sozialisierung eingeübt werden.

Der Sinn von Trainingskursen

  • Der Halter kann lernen, effektiv mit seinem Hund zu kommunizieren und herausfinden, was er kennt und seine Beziehung zu ihm zu stärken. Manchmal haben Rescue-Hunde bereits ein Training absolviert, bevor sie adoptiert wurden, und der Unterricht kann eine angenehme Art sein, zu entdecken, was er bereits kann. Vielleicht erfolgt eine positive Überraschung und der eigene Rescue-Hund ist bei den besten Kursteilnehmern vorne dabei !
  • Der Halter und sein Hund können neue Kommandos und Verhaltensweisen lernen, um die Fähigkeiten von beiden weiterzuentwickeln und den Hund zu ermutigen, sich auf eine gewünschte Weise zu verhalten.
  • Obwohl sich viele Kurse auf das Training von Kommandos und nicht speziell auf die Sozialisierung ohne Leine konzentrieren, behandeln sie oft das Gehen ohne Leine und den Rückruf in einer Gruppe. Es gibt jedoch auch andere Gruppen, die sich auf die Sozialisierung konzentrieren, insbesondere solche, die betreute Spaziergänge beinhalten.
  • Jeder Hund, der zum Training kommt, wird von mindestens einer Person begleitet, manchmal auch von mehreren. Dies bedeutet, dass der Kurs ein hervorragender und sicherer Ort ist, um das notwendige Vertrauen des Hundes zu vielen anderen Menschen aufzubauen, da er sich in einer kontrollierten Umgebung befindet.
  • Trainingskurse machen Spaß ! Viele Hunde und ihre Besitzer lieben es, zum Training zu gehen, ihren Verstand zu benutzen und neue Freunde zu treffen. Der Hund wird in den Trainingskursen geistig und körperlich ausgelastet.
  • In diesen Kursen kann man herausfinden, bei welchen Arten von Aktivitäten sich der eigene Hund hervortut. Dadurch kann man naheliegende, andere Aktivitäten erkennen, für die der eigene Hund geeignet ist. Dazu gehören zum Beispiel Beweglichkeitstraining, Gehorsamkeit und Fersenarbeit zur Musik, um nur einige der möglichen Übungen zu benennen, an denen Herrchen und Hund gemeinsam teilnehmen können und dabei viel Spaß haben werden.
Hundesportplatz
Neu auf dem Hundesportplatz ?

Organisierter Hundesport

Organisierter Hundesport kann auch viel Spaß machen, da dort zusammen mit anderen Hunden und Menschen trainiert wird. Zudem gibt es Prüfungen und Wettkämpfe mit festgelegten Aufgaben und Zielen, wodurch der Halter gut abschätzen kann, was sein Hund schon erreicht hat.
Allerdings sollte es Halter und Hund auch Spaß machen, da das Training oft Monate dauert, die Prüfung selbst dann aber nur wenige Minuten.

Um an den Prüfungen und Wettkämpfen teilnehmen zu können, muss man oft Mitglied eines Hundevereins werden. Dort gibt es oft besondere Kurse, um erst einmal die gewählte Hundesportart kennenzulernen und man kann anschließend immer noch entscheiden, ob man diese wettkampfmäßig oder nur zum Spaß betreiben möchte.

Folgende Hundesportarten werden oft angeboten:

Begleithundeprüfung

Die erfolgreich absolvierte Begleithundeprüfung ist erst einmal die Voraussetzung, um an den anderen Hundesportarten überhaupt teilnehmen zu können.

Dabei geht es im ersten Teil darum, dass der Hund die Kommandos ‚Fuß‘, ‚Sitz‘, ‚Platz‘ mit und ohne Leine, sowie das Heranrufen beherrscht. Bei der Prüfung befinden sich dann immer zwei Halter mit ihrem Hund auf dem Platz. Der eine Hund muss ‚Platz‘ halten, während der andere die Übungen zusammen mit seinem Menschen absolviert.

Der zweite Prüfungsabschnitt befasst sich mit dem Verhalten des Hundes mit Leine im Straßenverkehr. Hier muss sich der Hund gegenüber Passanten und dem Verkehr gegenüber neutral und sicher benehmen.

Breitensport

Der Breitensport ist für Turnierhunde. Dazu sollten beide, Hund und Mensch, sportlich veranlagt sein. Ähnlich wie bei der zuvor beschriebenen Begleithundeprüfung gibt es Gehorsamübungen, aber es muss auch ein Parkour aus Hindernissen bewältigt werden.
Bei dem Hindernislauf muss der Hund bei Fuß Hürden, Tunnel, Tonnen, Reifen, einen Laufsteg und einen Weitsprung bewältigen.
Beim Slalomlauf müssen Herrchen und Hund bei Fuß mehrere Stangentore fehlerfrei umlaufen. Als Krönung für die ganz großen Sportler gibt es noch Geländeläufe über zwei und fünf Kilometer.

Das Turnier ist in Klassen nach Alter des Hundeführers und Größe des Hundes aufgeteilt, wobei die Besten am schnellsten und so weit wie möglich fehlerfrei die Aufgaben bewältigen.

Sprungreifen
Vor dem Sprungreifen auf einem Hundesportplatz.
Agilitätssport

Bei der Agilität muss ein immer wieder veränderter Parkour aus Sprüngen, Mauern, Weitsprung, Tisch, Reifen, Tunnels, Laufsteg, Kletterwand, Wippe und Slalom überwunden werden. Der Hund sollte über gutes Gehorsam verfügen, da er ohne Halsband und Leine antreten muss und von Herrchen nur mit Gesten, Zurufen und Körpersprache gesteuert werden darf.
Dabei müssen die Hindernisse ebenfalls möglichst schnell und fehlerfrei in der korrekten Reihenfolge überwunden werden.

Auch hier gibt es verschiedene Teilnehmerklassen, eingeteilt nach Hundegröße und Schwierigkeitsgrad. Dadurch, dass der Parkour immer wieder gewechselt wird, kommt niemals Langeweile auf und es muss eine hohe Koordination zwischen Hund und Herrchen erreicht werden.
Am besten geeignet sind dafür wendige und schnelle Hunderassen.

Gehorsamssport

Der Gehorsamssport für Hunde entspricht in etwa dem Dressurreiten beim Pferdesport. Hier ist perfektes Gehorsam mit teilweise erheblichen Schwierigkeitsgraden erforderlich.
Als Grundübungen dienen Apportieren, Voranschicken und Stehlen in verschiedenen Varianten. Dazu muss der Hund unter mehreren Gegenständen einen heraussuchen, der den Geruch seines Herrchens trägt.
Dazu gibt es noch Varianten, welche unter Musik in einer Kür – ähnlich dem Eiskunstlauf – vorgeführt werden müssen.

Schutzhundesport

Hier kommen Fährtenarbeit, Gehorsamsübungen und Schutzdienst zu Anwendung. Bei letzterem muß der Hund eine mit Schutzkleidung versehene dritte Person aufspüren, stellen, verbellen und einen Scheinangriff abwehren. Dafür gibt es drei aufeinander aufbauende Schwierigkeitsgrade.

Der Schutzhundesport ist vielseitig und anspruchsvoll. Er eignet sich insbesondere für Hunde mit einem starken Jagdtrieb oder Beutetrieb, da sie hier ihre überschüssigen Energien abbauen können.

Für einen ‚echten‘ Schutzhund dagegen eignen sich nur Rassen mit entsprechender Veranlagung und Größe, wie richtige Wachhunde. Allerdings sollte man vermeiden, dass der Helfer als dritte Person den Hund so lange drangsaliert, bis dieser um sich beißen muss. Dies ist gefährlich, da dadurch das Angstbeißen praktisch antrainiert wird und es sich auch um Tierquälerei handelt.


Bitte teilen:

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Hundevolk
Scroll to Top Available for Amazon Prime