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Ältere Hunde

Die Anforderungen für ältere Hunde und ihre Adoption.

älterer und jüngerer Hund spielen
Ein älterer, weißer Terrier spielt ausgelassen mit einem noch jungen Hund. Beide Hunde haben viel zu bieten, wobei der Ältere zumeist ruhiger ist und besser mit Leuten und anderen Hunden umgehen kann.

Obwohl es unklug ist, einen Hund ausschließlich aus emotionalen Gründen ein neues Heim zu geben, könnten Menschen, welche ein großes Herz haben, versucht sein, einen Hund zu adoptieren, dessen einziges Manko das hohe Alter ist.

Adoption älterer Hunde

Gerade bei älteren Hunden stehen die Chancen stehen gut, da sie in dieser späteren Phase ihres Lebens noch einmal Zufriedenheit erfahren, während der neue Halter vielleicht den ‚Hund seines Lebens‘ erhält.

Weitere Vorteile sind, dass ältere Hunde in der Regel ruhiger und sanfter im Umgang mit Kindern und älteren Menschen sind, sofern sie ausreichend sozialisiert worden sind. Außerdem sind sie in der Regel aus der potenziell unangenehmen Kau-Phase herausgewachsen, können längere Zeit alleine gelassen werden und benötigen in den meisten Fällen keine ständige Beaufsichtigung.

Andererseits hat der ältere Hund spezifische Bedürfnisse und potenzielle altersbedingte Gesundheitsprobleme, sodass man diese Beziehung im vollen Bewusstsein der möglichen Probleme eingehen muss.
Die allgemeine Definition des ‚älteren Hundes‘ ist das letzte Drittel der normalen Lebenserwartung für eine bestimmte Rasse. Größere Rassen neigen dazu, schneller zu altern als kleinere Hunde, sodass eine Deutsche Dogge-Kreuzung mit fünf Jahren schon als ‚älter‘ gelten kann, während der kleine Terrier mit der gleichen Anzahl an Lebensjahren dies nicht ist.
Dies ist jedoch keine feste Regel, denn wenn ein Hund, ob groß oder klein, eine genetische Veranlagung für eine bestimmte Krankheit hat, kann dies auch seine Lebensspanne beeinflussen.

Die Ladies und Gentlemen des Hundevolkes

ruhiger Hund
Ruhig und ausgeglichen sitzt der erfahrene Hund auf seinem Platz.
Die wirklichen ‚Ladies‘ oder ‚Gentlemen‘ des Hundevolkes sind in der Regel die ‚reiferen Exemplare‘. Wenn ein neuer Hundetransport in einem Tierheim eintrifft, bellen einige, andere kratzen an ihren Behältern, um daraus herauszukommen, andere sind erstarrt und ängstlich.
Ein ‚pensionierter‘ Schäferhund dagegen sitz ruhig in seiner Transportkiste und wartet geduldig darauf, dass jemand zu ihm kommt. Nachdem er eine Leine umgelegt bekommen hat, schaut er auf und wartet auf erste Anweisungen.
Dieser neun Jahre alte Border-Collie musste aufgrund veränderter Lebensumstände von seinem Besitzer, einem Landwirt abgegeben werden, welcher aber unbedingt einen Altersruhesitz für den Hund haben wollte.
Im Tierheim zeigten sofort viele Besucher Interesse an dem Hund und innerhalb von zwei Wochen wurde er von einer neuen Familie aufgenommen, welche sich absolut begeistert von dem neuen Familienhund zeigte.

Diese Geschichten sind keine Ausnahmen, denn viele Hunde landen nach einem ‚Arbeitsleben‘ oder durch den Verlust ihrer Besitzer in einem Tierheim. Obwohl einige ältere Hunde mehr Sorgen aufgrund ihrer nachlassenden Gesundheit bereiten als ihre jugendlichen Gegenstücke, sind tatsächlich die meisten dieser Hunde durch ihre Erziehung, Lebenserfahrung und Gelassenheit die echten ‚Damen und Herren der Hundewelt‘.


Erwachsene Rescue-Hunde

Ketten-Hund Kasperi
Ein befreiter, ehemaliger Kettenhund ist bei seinem neuen Herrchen in Deutschland angekommen.

Nimmt man einen erwachsenen oder älteren Rescue-Hund auf, muss man bedenken, dass dieser mit jedem Jahr mehr Lebenserfahrungen gemacht hat. Diese kommen noch zu seinen bereits vererbten Verhaltensweisen hinzu. Was diese Hunde an Erziehung und Erfahrungen in der ersten Zeit ihres Lebens jedoch verpasst haben, erfordert auch oft einen größeren Aufwand an Training und Zeit, um dies nachzuholen.

Bei einigen dieser Hunde können auch Neurosen entstanden sein, die man behandeln muss. Manchmal reicht dann auch kein Training mehr, viel mehr ist eine Verhaltenstherapie erforderlich.
Dabei passen sich die ehemaligen Streuner nur langsam und schwer dem geregelten Leben in einem Haus und Familie an. Sie können noch nach Jahren scheu wie Wildhunde sein, wenn fremde Menschen, Tiere oder Situationen auf sie zukommen.

Hunde, welche misshandelt wurden oder aus schlechter Haltung befreit wurden, passen sich dagegen unserem Leben leichter an. Trotz ihrer schlechten Erfahrungen beweisen sie deshalb, warum Hund und Mensch so eng zueinander stehen, denn sie sind anpassungsfähig wie sonst kaum ein Tier. In recht kurzer Zeit und mit genügend Verständnis und Einfühlungsvermögen können sie zu unserem vertrauten Partner werden.

Gelingt dies aber nicht, sollte schnell eine Entscheidung getroffen werden. Gründe sind vielfältig, von aggressivem Verhalten, was nur mit großem Aufwand therapierbar ist, bis zu Ängsten vor dem Alleinsein, weil Herrchen ja einige Stunden am Tag arbeiten gehen muss.
Dann heißt es, das Problem mit einem kompetenten Ratgeber, sei es Bücher, fachkundigen Hunde-Webseiten oder hilfreichen, sich in der Materie auskennenden Personen oder mit Hilfe der vermittelnden Stelle, anzugehen und es zu beheben, oder den Hund wieder zurückzugeben.
Keine der beiden Varianten ist zu verurteilen, aber man sollte gegenüber dem Hund, der Vermittlungsorganisation und zu sich selbst ehrlich sein. Denn es ist keinem geholfen, wenn Hund und Mensch unglücklich werden, weil sie nicht zueinander passen.

Ist man ein erfahrener Hundehalter, kann man Probleme mit dem Hund mit Zeit und Geduld lösen, dagegen sieht es bei einer unerfahrenen Familie mit Kind anders aus !
Trotzdem braucht jeder adoptierte Hund in seinem neuen Heim einige Wochen, bis er wirklich ‚angekommen‘ ist und oft sind es nur kleinere Anfangsschwierigkeiten, die schnell verflogen sind, wenn man dem Hund gegenüber Verständnis und Geduld aufbringt.

Häufige Anzeichen des Alterns

älterer Cocker
Bei dem älteren Cockerspaniel werden die Haare an den Ohren und an der Schnauze zunehmend weiß.
Es ist hilfreich die körperlichen Veränderungen zu erkennen, die ein Zeichen des Älterwerdens des Hundes sind. Viele ältere Hunde beginnen, graue Haare anzusammeln, besonders im Bereich der Schnauze. Das Fell wird manchmal etwas spärlicher und gröber in der Textur, und die Augen können aufgrund von Katarakten blau und undurchsichtig sein.

Reifere Hunde können etwas ‚entspannter‘ und weniger aktiv sein, aber das variiert je nach Individuum. Nicht alle Hunde altern gleich schnell, denn manche Hunde ergrauen vorzeitig, genau wie Menschen, und dies kann auch auf Stress zurückzuführen sein. So ist es leider nicht verwunderlich, dass Hunde mittleren Alters mit relativ dunklen Schnauzen in Tierheimen landen und innerhalb eines Jahres sehr grau werden.

Alterung und Verhaltensänderungen, die somit mit der Zeit einhergehen, können durch Umweltfaktoren beeinflusst werden. Indem man also für eine geeignete Umgebung sorgt, kann die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass der Hund sein genetisches Potenzial für eine maximale Lebensdauer ausreizen kann.


Eine stressfreie Umgebung

Hund schläft auf Rücken
Ein Hund, welcher auf dem Rücken und allen vieren in die Luft gestreckt schläft, ist ganz eindeutig im reinen mit seiner Umgebung und völlig ohne Stressgefühle.

Was bei der Haltung eines älteren Hundes am meisten gebraucht wird, ist eine große Portion gesunder Menschenverstand. Denn sowohl Menschen als auch Hunde sind mit zunehmendem Alter weniger in der Lage, mit Stress umzugehen, daher ist es die oberste Priorität, jeweils eine stressfreie Umgebung zu schaffen.

Hauptsächlich sollte dabei für den älteren Hund das Augenmerk auf die nachfolgenden Dinge gelegt werden.
Der Schlafplatz des Hundes sollte sich an einem warmen, ruhigen, zugfreien Ort befindet, an dem er nicht durch ständig vorbeilaufende Menschen gestört wird oder von Kindern oder anderen Haustieren belästigt wird.

Hunde jeden Alters müssen sich leicht erleichtern können, aber ältere Hunde können langsamer dabei sein, sowohl beim Erkennen des Bedürfnisses als auch was das Aufsuchen des dafür vorgesehenen Platzes betrifft. Dies sollte bei den örtlichen Planungen berücksichtigt werden.

Hund Decke Korb
Der ältere Hund in seinem Bett zugedeckt in der sicheren Ecke.
Ältere Hunde haben oft ein schlechteres Seh- und Hörvermögen. Daher sollte sein Schlafplatz am besten an einer Wand sein, damit er rundherum sehen kann und den Raum hinter sich nicht überwachen muss.
Es ist wichtig, dass Ihr Hund leicht aus dem Hundekorb aussteigen kann und dass sein Gewicht gleichmäßig verteilt ist, um den Druck auf seine Gelenke zu verringern.

Unterkühlung und starke Schmerzen durch Arthritis können im Winter auftreten. Deshalb sollte er bei kaltem Wetter eine Decke auf seinem Bett haben. Falls er dann nur ungern nach draußen geht, sollte man ihn bei kaltem Wetter mit einem ‚Hundemantel‘ ausstatten, um die Gelenke warmzuhalten.

Im Sommer können ältere Hunde an Hitzschlag und Blähungen leiden. Einige der Anzeichen für einen Hitzschlag sind übermäßiges Hecheln, vermehrter Speichelfluss und trockenes Zahnfleisch, das blass, gräulich und klebrig wird.
Vorbeugen ist hier besser als heilen. Es ist wichtig, dafür zu sorgen, dass der Hund außerhalb der direkten Sonneneinstrahlung liegen kann und Zugang zu Schatten und Wasser hat. Bei einigen Rassen kann eine Fellklemme helfen, mit der Hitze fertig zu werden.

Hund nimmt Sonnenbad
Ein älterer Hund sollte nicht zu lange ein Sonnenbad in der prallen Hitze nehmen, auch wenn manche dies sehr mögen.
Es ist ratsam, ältere Hunde genau im Auge zu behalten, wenn sie sich bei heißem Wetter draußen aufhalten, da einige buchstäblich vergessen, Schatten zu suchen. Manche Hunde lieben es einfach, in der Sonne zu baden. Es ist daher ratsam, sie zu beaufsichtigen und sogar die Zeit zu begrenzen, die sie bei hohen Temperaturen draußen verbringen dürfen.
Außerdem ist es in den Sommermonaten sinnvoll, die Spaziergänge auf die frühen Morgenstunden und die Abende zu beschränken, wenn die Sonne tief steht. Dies kann dazu beitragen, den älteren Hund vor den möglichen schädlichen Auswirkungen zu schützen, die mit dem wärmeren Wetter verbunden sind.

Wie bereits erwähnt, gehören Blähungen bei Hitze zu den Problemen, was auf abnormale Ansammlung von Luft-Flüssigkeit im Magen zurückzuführen ist. Größere Hunde und solche mit tiefem oder schmalem Brustkorb können dafür anfälliger sein.
Probleme durch Stress, das Verschlucken von Luft und Flüssigkeit beim Trinken, während der Hund stark hechelt, können im Sommer weit verbreitet sein. Daher ist es sicherlich von Vorteil, ältere Hund zu beobachten und zu schützen. Es ist auf jeden auch Fall wichtig, mit dem Hund den Tierarzt aufzusuchen, da derartige Problem ernst werden können.

Arthrose ist ein häufiges Problem, aber selbst wenn der Hund nur steif und wund ist, sollte er eine Rampe haben, damit er von höher gelegenen Bereichen, wie in das Auto oder bei Möbeln, auf- und absteigen kann. Größeren Hunden kann geholfen werden, indem man ihre Futter- und Wassernäpfe erhöht aufstellt, denn diese machen das Fressen und Trinken bequemer, wenn es Steifheit im Nacken oder Rücken gibt.

Das Nachlassen des Gehirns kann durch eine anregende Umgebung gefördert werden, wie zum Beispiel das Verstecken des Hundefutters im Garten, was sowohl das Gehirn als auch den Körper des Hundes aktiv hält. Neue Spielzeuge und Spiele wecken seine Neugierde.
Es ist bekannt, dass eine Verringerung der Sauerstoffzufuhr zum Gehirn zu einer Beeinträchtigung der Hirnfunktion führt. desgalb sollte also die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn durch sanfte Bewegung angeregt werden. Aber auch hier gilt es, die Reaktion des Hundes auf die Spiele, welche man mit ihm spielt zu beobachten und es zu vermeiden, ihn zu frustrieren oder zu verwirren.

Durch das vorausschauende Vermeiden stressiger Ereignisse sollte auch der Stress des älteren Hundes möglichst gering gehalten werden. Dazu sollte man die Reaktionen auf potenziell stressauslösende Einflüsse beobachten, wozu fremde Hunde oder Kinder gehören können. Wenn der ältere Hund dann ängstlich wird, sollte er in einen sicheren Abstand gebracht werden. Je besser man seinen Hund kennt, umso besser weiß man dann auch, was ihn besonders stresst.

Hunde fühlen sich sicher, wenn ihre Umgebung vorhersehbar ist und wenn sie wissen, was von ihnen erwartet wird. Eine Hauptquelle für Stress ist jede Änderung der Routine, daher ist es am wichtigsten, so schnell wie möglich eine solche einzuführen und daran festzuhalten.

Hier zu Teil II: Pflege älterer Hunde.

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