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Verhaltensformung mit dem Klicker

Verhaltensformung von Hunden mithilfe des ‚Klickers‘ (Clickers) und anderen Hilfsmitteln.

Klicker, Leckerli, Hund
Der Clicker (Klicker), das Leckerli und der Hund.

Techniken zur Verhaltensformung des Hundes

Der Einsatz von Strafe und negativer Verstärkung kann die Probleme eines Hundes verschlimmern, seine Angst verstärken und seine Reaktion darauf noch viel schlimmer machen.
Positive Verstärkung dagegen kann jedoch äußerst effektiv sein, um erwünschtes Verhalten zu fördern und Verhaltensweisen umzuformen, die geändert werden müssen.


Positive Verstärkung:
Dem Verhalten folgt etwas, was der Hund gerne möchte oder braucht, zum Beispiel ein kleiner Leckerbissen.

Negative Verstärkung:
Dem Verhalten folgt die Entfernung von etwas für den Hund unangenehmes, zum Beispiel wenn ein lärmendes Kind wegläuft.

Positive Bestrafung:
Dem Verhalten folgt etwas, was der Hund nicht mag, zum Beispiel ihn zu schütteln oder in den Nacken zu fassen.

Negative Bestrafung:
Dem Verhalten folgt die Entfernung von etwas, was der Hund mag, zum Beispiel wird er für das Anspringen von Menschen in einem anderen Raum isoliert.

Überfluten:
Der Hund wird in seine Angstsituation versetzt, ohne eine Möglichkeit zu entkommen. Zum Beispiel wird ein Hund, der Angst vor Kindern hat, in eine Kiste mitten unter sie gesetzt.

Achtung: Bestrafung und Überfluten kann negative Folgen haben:
Das Verhalten wird möglicherweise nur unterdrückt und nicht verändert und kann später wieder auftreten. In diesem Fall ist das unerwünschte Verhalten oft schlimmer als es ursprünglich war.
Hunde, die übermäßig bestraft oder durch einen echten oder vermeintlich ängstlichen oder bedrohlichen Reiz überflutet werden, können sich völlig zurückziehen. Solche Hunde können vor Schreck erstarren und ihre Muskelanspannung vollständig verlieren. Dies geht oft mit Anzeichen von Stress einher.

Dagegen kann ‚Positive Verstärkung‘ äußerst wirksam sein, um erwünschtes Verhalten zu unterdrücken und Verhaltensweisen, die geändert werden müssen, zu formen.


Klicker-Training zur positiven Verstärkung

Der Gedanke, positive Verstärkung einzusetzen, mag sehr reizvoll sein, aber vielleicht hat der ein oder andere dies in der Vergangenheit nur mit begrenztem Erfolg ausprobiert. Sollte dies der Fall sein, dann ist Hilfe in Sicht, denn schon vor über dreißig Jahren begann man, das Prinzip der positiven Verstärkung von Verhalten von verschiedenen Tieren durch Geräusche in Verbindung mit einer Belohnung anzuwenden. Es begann mit der Verwendung von Trillerpfeifen durch Trainer von Meerestieren und erreichte schließlich auch die Welt des Hundetrainings, wo die Pfeife durch den ‚Clicker‘ ersetzt wurde.

Der ‚Clicker‘ oder zu Deutsch ‚Klicker‘ sieht einer kleinen Fernbedienung nicht unähnlich und erzeugt beim Drücken ein klickendes Geräusch. Es ist nichts weiter als ein stabilerer Knackfrosch.

Der Klicker ist in seiner Effektivität beim Anzeigen von erwünschtem Verhalten allem anderen überlegen, da das schnelle, scharfe Geräusch vom Hund leicht erkannt wird und in Verbindung mit einem Leckerli besonders wirkungsvoll ist. Das ‚Klick-Klack‘-Geräusch bedeutet somit, dass ein Leckerchen oder etwas anderes Schönes gleich kommt !
Welches Leckerli man verwendet, bleibt ganz dem Halter überlassen – aber es werden welche mit wenig Futterkalorien empfohlen, welche zudem noch möglichst lecker sein sollten.
Der Klicker wird ausschließlich zur positiven Verstärkung benutzt und zeigt oft verblüffende Erfolge.

Die Stimme des Halters kann in den Köpfen der Hunde abstumpfen, da sie diese den ganzen Tag über mit großen Variationen hören. Wenn dagegen der Klicker als positiver Verstärker verwendet wird, bedeutet er dem Hund unmissverständlich, dass er etwas richtig gemacht hat.
Wenn eine Futterbelohnung mit dem Geräusch des Klickers gekoppelt wird, erkennt der Hund nicht nur, dass er etwas richtig gemacht hat, sondern erfährt zusätzliche positive Verstärkung, da sein Gehirn in Erwartung eines Leckerbissens die chemische ‚Belohnung‘ Dopamin ausschüttet. Darauf folgt noch ein weiterer Dopamins-Schub, wenn er das Leckerli erhält.

Wie der Klicker funktioniert

Der Klicker ist ein äußerst wirksames Instrument zur Verhaltensbeeinflussung, denn er gibt dem Hund nicht nur eine klare Botschaft, dass er das Richtige getan hat, sondern die damit verbundene Ausschüttung von Endorphinen unterstützt auch positive Emotionen. Das bedeutet, dass er der Schlüssel zur Veränderung von allen Verhaltensweisen sein kann, die man bisher für nicht trainierbar hielt.

Dies gilt insbesondere für Hunde mit Verhaltensauffälligkeiten. Der Klicker ist ein Hilfsmittel, das einem hilft, den Hund effektiver und effizienter zu trainieren und ihm gleichzeitig ein gutes Gefühl zu geben.
Man sollte auch daran denken, dass das Verhalten noch weiter positiv verstärkt werden kann, indem man selbst eine positive Einstellung zur Schau stellt und den Hund mit Lob belohnt. Dies kann man auch insbesondere dann tun, wenn man in diesem Moment keinen Klicker zur Hand hat.

Sollte der Hund nicht besonders auf Futter als Belohnung reagieren, kann man auch Spielzeuge – zum Beispiel Bälle – verwenden. Das kann genauso gut funktionieren, und viele der professionellen Such- und Spürhunde werden auf ähnliche Weise ausgebildet.


Empfohlene Hunde-Clicker


Einführung des Klicker

Bevor man mit dem Klicker-Training beginnt, muss man sicherstellen, dass der Hund keine Angst vor dem Geräusch hat. Wenn er davor Angst hat, schaden man ihm möglicherweise mehr, als dass es ihm helfen kann. Wenn man unter diesen Umständen den Klicker einsetzt, wird er vom Hund eher als Bestrafung statt als Ankündigung zur Belohnung angesehen.
Falls der Hund also wegen des Klicker besorgt ist, braucht es Zeit, ihm die Angst zu nehmen. Dazu verwendet man anfangs nur einen sehr schwachen, leisen Klicker oder dämpft das Geräusch mit einem Kleidungsstück oder Stofftuch ab.

Wenn der Hund keine Angst vor dem Geräusch hat, kann man sofort mit dem ‚Klicken und Behandlung‘ beginnen. Dazu wirft man ein Leckerli auf den Boden und wenn sich der Hund diesem nähert, klickt man mit dem Klicker, wobei er es fressen wird. Dies wird so lange wiederholt, bis der Hund das Klickgeräusch mit dem Futter in Verbindung gebracht hat.

In der nächsten Phase gibt man dem Hund einfache Kommandos. Dies sollten vorzugsweise solche sein, die er bereits kennt, und jedes Mal, wenn er das Kommando richtig ausführt, klickt man und gibt ihm ein Leckerli.
Wenn man dieses Verfahren mit den Kommandobefehlen einige Male wiederholt, verstärkt man nicht nur diese Verhaltensweisen, sondern bringt dem Hund auch bei, dass das Geräusch des Klickers bedeutet, dass er alles richtig gemacht hat.

Diese Sitzungen sollten nur kurz und mit regelmäßigen Pausen sein, denn der Hund muss dauerhafte Erfolge erfahren. Dies ist nicht der Fall, wenn er sich langweilt oder die Konzentration verliert.

Arbeit mit dem Klicker

Der erste Klick sollte wie beiläufig erfolgen, ohne dass der Hund etwas Bestimmtes machen soll. Man klickt und gibt dem Hund sofort die Belohnung, also z.B. das Leckerli. Diesen Vorgang sollte man mehrmals wiederholen.

Das Leckerli sollte am besten erst nach dem Klick in die Hand genommen werden und dann sofort dem Hund gegeben werden. Dabei sollte der Hund nicht mit dem Klicker anvisiert werden, sondern dieser möglichst unauffällig gehalten werden. Auch sollte man dem Hund nicht in die Augen schauen oder dabei mit ihm sprechen.

Um zu überprüfen, ob der Hund die Konditionierung schon erlernt hat, probiert man es mit einem Klick aus, wenn er gerade etwas anderes tut. Sobald er auf das Geräusch des Klickers reagiert und erwartungsvoll und aufmerksam ist, ist er auf den Klick konditioniert und es kann mit den ersten Klicker-Trainingseinheiten begonnen werden.

Jedoch sollte man den Klicker auf keinen Fall für andere Zwecke verwenden, wie den Hund heranzuholen oder um lediglich seine Aufmerksamkeit zu erhalten, ohne ein Leckerli zu bekommen. Der Klicker muss ausschließlich als Ankündigung verwendet werden, dass es nun ein Leckerli oder eine andere Belohnung gibt.


Weitere Hilfsmittel

Hilfsmittel Hundetraining
Hilfsmittel zum Training: Wasserpistole (oben), Ultraschall-Gebäll-Kontrolle (als Vogelhaus getarnt), Disk, drei Ultraschall-Handgeräte (rechts), Hundepfeifen (links unten) und der Clicker (unten in der Mitte).

Hundepfeife

Eine Hundepfeife ist sehr nützlich, da sie weiter reicht als Rufen und sich für den Hund immer identisch anhört, unabhängig davon wer gerade pfeift. Die Pfeife klingt immer gleich und ist damit neutral und vor allem emotionslos. Sie trägt weiter als die menschliche Stimme und ist damit auch besser für unübersichtliches Gelände oder bei widrigen Wetter geeignet.

Außerdem gibt es auch Ultraschall-Pfeifen, welche nur für den Hund hörbar sind und somit für Menschen praktisch lautlos sind, sodass diese nicht gestört werden können.
Allerdings wird der Hund natürlich nur auf Pfeifen hören, wenn er darauf konditioniert ist.

Ein Hund, der gerade seinen Jagdtrieb auslebt und mit der Nase einer Fährte folgt oder die Beute schon erblickt hat, kann kaum noch mit der Stimme abgerufen werden, da die starken Reize in diesem Moment alles andere in den Hintergrund drängen. Mit dem Pfiff kann man ihn vielleicht dann doch besser erreichen.

Konditionierung auf die Pfeife

Der Hund erhält jedes Mal ein Leckerli, während ein Doppelpfiff gegeben wird. Anschließend rufen wir unseren Hund immer mit dem Doppelpfiff, wenn er Futter bekommt oder mit ihm gespielt wird.

Nachdem der Hund erkannt hat, dass der Doppelpfiff eine positive Aktion zur Folge hat, wird die Übung schrittweise unter schwierigeren Umständen fortgesetzt. Zuerst sollte der Hund im Haus auf den Doppelpfiff immer kommen, anschließend im Garten, dann bei etwas Ablenkung und schließlich auf Spaziergängen bei verstärkter Ablenkung.

Ultraschall-Hundegebäll
Das Ultraschallgerät in einem wasserdichten, als Vogelhaus getarnten Gehäuse, wird im Garten oder Zaun angebracht und schaltet sich automatisch bei Gebell der eigenen Hunde oder derjenigen des Nachbarn ein und kann bis zu 10-20 Meter in die ausgerichtete Richtung wirksam sein.

Ultraschall-Trainer

Ein Ultraschall-Trainer ist ein kleines Handgerät, welches Ultraschall-Geräusche abgibt, was auch oft mit starkem Licht kombiniert werden kann. Dies kann zur Abwehr bösartiger Hunde genutzt werden und in der milderen Einstellung auch zum Training.

Bei ungewünschtem Verhalten des Hundes, zum Beispiel bei übermäßigen Bellen, führt der Einsatz des Ultraschall-Trainers zu einer ‚Positiven Bestrafung‘, d.h. der Hund wird in seiner Aktion gestört oder unterbrochen.

Für den Gartenbereich gibt es auch stationäre, wasserdichte Ultraschall-Geräte, welche am Gartenzaun zum Nachbarn montiert werden können und bei Gebell einen den Hund störenden Ultraschall-Ton abgeben, welcher vom menschlichen Ohr aber praktisch nicht wahrgenommen werden kann. Dies führt oft zu einer deutlichen Reduzierung des Gebells des Hundes am Gartenzaun, wodurch Nachbarn oder Passanten weniger gestört werden können.

Einsatz und Resultat eines Ultraschall-Trainers bei übermäßigem Hundegebell:

 

Empfohlene Ultraschall-Geräte

Wurfkette, Trainingsscheibe, Klapperbüchse, Wasserpistole

Alle diese Dinge sind ebenfalls ‚Positive Bestrafungen‘, denn sie verursachen etwas Unangenehmes für den Hund, was durch gezielte Konditionierung verknüpft werden kann.

Die Kette, Disk (Trainingsscheibe) oder die Büchse sollte man in die Nähe des Hundes werfen, um ihn nicht zu verletzen. Die Klapperbüchse, wofür sich auch eine leere und verklebte Getränkedose aus Aluminium eignet, wird dabei mit ein paar kleinen Steinen oder Münzen gefüllt, welche Geräusche verursachen.
Das Klappern und Rasseln dieser Gegenstände hilft, dem Hund sein Verhalten zu verleiden oder ihn dabei zu unterbrechen, wenn er mit etwas Unerwünschtem beginnt.

Die Wasserpistole hat sich ebenfalls zur Unterbrechung unerwünschten Verhaltens bewährt. Hier sollte man jedoch darauf achten, dem Hund den Kontakt mit dem Wasser nicht zu verleiten (zum Beispiel für das Schwimmen).

Bei richtiger Verwendung können diese Hilfsmittel nützlich sein, doch ist Vorsicht und guter Menschenverstand geboten, denn schreckhafte oder geräuschempfindliche Hunde könnten sich verstört oder sogar panisch verhalten, während andere bei falscher Verwendung bald gegen das Klappern abstumpfen und der Einsatz dann sinnlos wird.

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